Publikationen 2018/19

Emotionen auf Expeditionen

Ein Taschenhandbuch für die ethnographische Praxis

Gefühle beeinflussen unser Verhalten überall – auch in der Wissenschaft. Aber bei Forscher_innen sind Affekte suspekt: Sie werden als Störungen betrachtet, die eine objektive Arbeit gefährden. Dabei beeinflussen sie zwangsläufig den Forschungsprozess, weshalb ihre kritische Analyse ein fester Bestandteil wissenschaftlicher Tätigkeit sein sollte. Insbesondere die Feldforschung löst regelmäßig emotionale Reaktionen (etwa zu Kriegsgräuel, Diskriminierungen von Bevölkerungsgruppen oder sozialen Unterschieden) aus, welche die Beobachtung bedingen, das Verständnis beeinflussen und die Theoriebildung lenken. In den Beiträgen des Bandes werden fächerübergreifend eine Reihe textanalytischer und empirischer Methoden vorgeschlagen, mit deren Hilfe Emotionalität in der Forschung transparent gemacht werden kann.

Oliver Lubrich / Thomas Stodulka
transcript
10.2019

Thomas Mann auf Leinwand und Bildschirm

Zur deutschen Aneignung seines Erzählwerks in der langen Nachkriegszeit

Welche Rolle spielten die Verfilmungen seiner Romane und Erzählungen bei der Entstehung und Aushärtung der Vorstellungen, die man sich heute gemeinhin von Thomas Mann macht? Inwiefern trugen sie hüben und drüben zur deutschen Selbstvergewisserung bei? Um welchen Preis wurden sie diesem Zweck dienstbar gemacht? Welche Kürzungen, Erweiterungen und Abänderungen wurden dafür in Kauf genommen? Was für wirtschaftliche und politische Interessen waren dabei im Spiel? Und entstellten die Filme die verfilmten Texte immer nur? Oder deckten sie gelegentlich vielleicht auf, was in der anderweitigen Rezeptionsgeschichte durch ein immer schon mitüberliefertes Vorverständnis des Autors verschüttet war? Vermochten sie auch Einsichten zu eröffnen, die der je zeitgenössischen Forschung noch verschlossen blieben?

Yahya Elsaghe
De Gruyter
09.2019

 

Sämtliche Schriften

Alexander von Humboldt, aus einer preußischen Adelsfamilie stammend, war Forschungsreisender, Naturwissenschaftler, Homme de Lettres, bekannt mit allen großen Dichtern und Denkern und der internationalste Publizist seiner Zeit. Neben zahlreichen Büchern veröffentlichte er an die 1.000 Artikel und Essays. Diese Schriften erschienen in 15 Sprachen in 1.240 internationalen Zeitungen und Journalen auf fünf Kontinenten – und wurden nach seinem Tod nie gesammelt herausgegeben und auch einzeln größtenteils nie wieder nachgedruckt.
Die von einem Team um die international renommierten Humboldt-Experten Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich herausgegebene ›Berner Ausgabe Sämtlicher Schriften‹ hebt diesen ungeheuren Schatz.
Neben seinen Forschungsergebnissen enthalten Humboldts Schriften zahllose Informationen zu seinem Leben. Seine Biografie wird auf dieser Grundlage neu zu schreiben sein. Vor allem aber sind seine Schriften eine Einladung zur Reise – und zur Lektüre.

Band I: 1789–1799 (96 Erstdrucke, 11 Nachdrucke, ca. 583 S.)
Band II: 1800–1809 (77 Erstdrucke, 20 Nachdrucke, ca. 828 S.)
Band III: 1810–1819 (67 Erstdrucke, 16 Nachdrucke, ca. 739 S.)
Band IV: 1820–1829 (106 Erstdrucke, 27 Nachdrucke, ca. 1105 S.)
Band V: 1830–1839 (87 Erstdrucke, 9 Nachdrucke, ca. 483 S.)
Band VI: 1840–1849 (130 Erstdrucke, 5 Nachdrucke, ca. 611 S.)
Band VII: 1850–1859 (197 Erstdrucke, 50 Nachdrucke, ca. 700 S.)
Band VIII: Werkzeuge (Personen- und Ortsregister, Glossare,
Inhalts- und Quellenverzeichnis, Einführung und Editorischer Bericht, ca. 350 S.)
Band IX: Übertragungen (100 Übersetzungen der nicht auf Deutsch erschienenen Texte, ca. 400 S.)
Band X: Durchquerungen (21 Transversalkommentare, die Fragestellungen durch das gesamte Corpus sichtbar machen, ca. 500 S.)

Herausgeber: Oliver Lubrich / Thomas Nehrlich
dtv
08.2019
 

Botanik in Bewegung

Alexander von Humboldt und die Wissenschaft der Pflanzen

Alexander von Humboldt als Begründer einer neuen Sicht auf die Pflanzenwelt: ein bisher wenig beleuchteter Aspekt.
Einzigartiges, zum Teil erstmals gezeigtes Bildmaterial.

Alexander von Humboldt versetzte die Botanik in einem doppelten Sinn «in Bewegung»: Er erforschte Pflanzen auf seinen Expeditionen, im «Feld», in freier Natur. Und er dynamisierte das System der Naturgeschichte nach Carl von Linné, indem er nicht mehr nur einzelne Arten klassifizierte, sondern ihrer Verteilung über die Erde folgte und sie im Kontext ihrer Umwelt betrachtete. Er machte die Pflanzenwissenschaft auch zu einer Migrationskunde und – avant la lettre – zur Ökologie. 

«Botanik in Bewegung» erzählt Humboldts Leben als Botaniker in vier Kapiteln: «Träumen», «Beobachten», «Auswerten» und «Nachwirken». Wir folgen seinen wichtigsten Stationen inmitten einheimischer und exotischer Pflanzen: von Berlin und Paris nach Teneriffa, Havanna und Quito, St. Petersburg und Sibirien. Dieses reich bebilderte Buch liefert aber nicht nur eine Erzählung von Alexander von Humboldts botanischem Schaffen, sondern es setzt dieses auch ins Verhältnis zur modernen Pflanzenwissenschaft.

Oliver Lubrich / Adrian Möhl
Haupt
08.2019

Alexander von Humboldt
Das zeichnerische Werk

Der Naturforscher Alexander von Humboldt ist weithin bekannt. Dieser Band bietet erstmals die Möglichkeit, auch sein künstlerisches Werk zu entdecken. Denn als Botaniker, Zoologe und Anatom zeichnete Humboldt Pflanzen, Tiere und Körperdetails. Als Geograph und Kartograph erfasste er die Konturen von Gebirgen, Flüssen und Kontinenten. Er entwarf Karten vom Orinoco, von Kuba und von Zentral-Asien. Als Reisender skizzierte er Menschen, Gebäude und Landschaften und mit seinen Diagrammen, Isolinien und Gebirgsprofilen war er ein Pionier der Infographik. Zum ersten Mal können nun bisher unveröffentlichte Zeichnungen, die in seinem Nachlass in Berlin und Krakau erhalten sind, gedruckt werden. Sie geben Einblicke in Humboldts Zeichenwerkstatt und in die graphische Dimension seiner Wissenschaft. Eine ausführliche Einleitung sowie eingehende Kommentare begleiten die ganz- und doppelseitigen Abbildungen. 

Herausgeber: Oliver Lubrich / Dominik Erdmann
WBG
7.2019

Deutsche Literatur der Frühen Neuzeit

Das Studienbuch führt in die deutsche Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit ein und bietet einen chronologischen Überblick über die Großepochen Renaissance, Barock und Frühaufklärung. 

Indem sie die Tendenzen der neueren Forschung umfassend berücksichtigt, richtet sich die Einführung an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. 

Weiter ausgreifende Passagen zu den sozial- und ideengeschichtlichen Voraussetzungen wechseln sich mit exemplarischen Einzelinterpretationen ab.

Neben dem europäischen Kontext der deutschen Literaturgeschichte, die hier erstmals in ihrer longue durée (1450-1750) und im Verhältnis zu ihren Nachbarliteraturen konturiert wird, wird der Wandel der Autorschaftskonzepte systematisch erläutert.

Dem illustrierten Darstellungsteil folgt ein Anhang mit repräsentativen Texten der Frühen Neuzeit. Damit liegt ein Studienbuch vor, das diese Epoche der Literaturgeschichte forschungsgestützt und analytisch neu perspektiviert vorstellt.

Achim Aurnhammer /  Nicolas Detering 
utb. GmbH
07.2019

Alexander von Humboldt

Der Andere Kosmos

Alexander von Humboldts Aufsätze, Artikel und Essays haben eine einzigartige Verbreitung erfahren: An die 800 Texte in 15 Sprachen zu 30 Disziplinen aus 750 Medien an 250 Publikationsorten auf 5 Kontinenten. 70 Jahre lang hat er veröffentlicht – von 1789 bis 1859. ›Der Andere Kosmos‹ enthält eine Auswahl von 70 Texten, aus jedem Jahr einen, die sein Werk, sein Forschen, sein Denken und sein Leben exemplarisch abbilden.

Dazu gehört der berühmte Selbstversuch mit Zitteraalen, den er in Südamerika unternommen hat. Diese Tiere können mit ihren elektrischen Schlägen Pferde töten. Humboldt hat es überlebt und ausführlich darüber berichtet. Dazu gehört auch sein letzter Brief an die Öffentlichkeit, den er kurz vor seinem Tod im Alter von 90 Jahren verfasste und der weltweit publiziert wurde. Dieser Text ist ein launiger ›Ruf um Hülfe‹. Humboldt bittet darin höflich, aber nicht ohne ungeduldigen Unterton, ihn mit diversen Anliegen zu verschonen, inklusive des Angebots, ihn häuslich zu pflegen, zu zerstreuen und zu erheitern. Denn seine Zeit werde jetzt knapp, und er wolle sie seiner Forschung widmen.

„Der andere Kosmos“ versammelt 70 Texte aus dem neu zu entdeckenden publizistischen Œuvre Alexander von Humboldts.

Herausgeber: Oliver Lubrich / Thomas Nehrlich
dtv Verlagsgesellschaft
03.2019

Thomas Mann

Goethe

Goethe als Nationalschriftsteller und Weltliterat, als Repräsentant seiner Zeit und als »Liebling der Menschheit«. Für Thomas Mann hatte er eine unüberschätzbare Anziehungskraft und Vorbildfunktion, auch wenn er sich erst in seinen letzten drei Lebensjahrzehnten mit dem Dichterfürsten aus Weimar öffentlich auseinandergesetzt hat. In diesen drei Jahrzehnten hat Thomas Mann – meist als Einleitungen oder Festreden konzipiert – über zehn bedeutende Essays zu Goethe verfasst, die in diesem Band gesammelt sind und von Yahya Elsaghe und Hanspeter Affolter ausführlich erläutert werden.

Herausgeber: Yahya Elsaghe / Hanspeter Affolter
S. FISCHER Verlag
03.2019

Jeremias Gotthelf

Historisch-kritische Gesamtausgabe, Abteilung F, Band 3.1: Vereinsschriften (1827–1850). Die Armennoth. Eines Schweizers Wort. Vereinsreden und Aufrufe. Textband

„Die Schweiz ist das Land der Vereine“, erklärte Albert Bitzius (Jeremias Gotthelf), als er im Dezember 1849 eine Vereinigung „der Dichter der Schweiz“ vorschlug. Der Volksschriftsteller engagierte sich seit seiner Studienzeit in Vereinen und schrieb auf Bitten eidgenössischer und deutscher Volksbildungsvereine mehrere Erzählungen und zwei Romane.
Seine Schriften zum Armenwesen (1838–1851) und zu den nationalen Schützenfesten von 1842 und 1844, Reden zu patriotischen Feiern sowie kurze Ansprachen vor lokalen Vereinen zeugen von sozialpolitischen Zielen, die Bitzius seit seiner Mitwirkung an der Berner Regeneration mit J. H. Zschokke, Ph. E. von Fellenberg und den für Schulwesen und Armenpflege Verantwortlichen teilte. Dabei strebte Bitzius nach direktem Wirken und konkreten Maßnahmen auf Gemeindeebene. So leitete er seit 1835 gemeinsam mit Gleichgesinnten im Bezirksverein für christliche Volksbildung eine Armenerziehungsanstalt. Dieser beauftragte ihn mit einer Werbeschrift für die Armenerziehung, angesichts der Sparsamkeit der Bauern keine leichte Aufgabe. Das Ergebnis, die „Armennoth“, ist zugleich Kampfansage an den Kinderverding und Erfolgsbericht der vom Kanton geförderten und bis 1872 bestehenden Trachselwalder Anstalt.
In seinen Festschriften für den schweizerischen Schützenverein (1842, 21844) appellierte Bitzius an das eidgenössische Nationalgefühl, in dem Bewunderung für die Tugenden der alten Helden und Treue zu traditionellen Werten zum Ausdruck kämen. Wenn sich alle patriotischen Vereine mit denen der Schützen überregional vereinigen würden, könnte „das Schützenfest zum eigentlichen königlichen Nationalfest“ werden. Opferbereitschaft für das Gemeinwesen forderte schon der Vikar an der Heiliggeistkirche als republikanische Pflicht. Vor dem Berner Burgerleist plädierte er für soziale Verantwortung. Der Leist möge sich an der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft orientieren, weil sie Volksbildung und Armenpflege verbessern wollte.

Herausgeber: Silvio Raciti für die Drucktexte in Zusammenarbeit mit Barbara Berger
Olms
02.2019

Randgänge der Mediävistik - Band 8

Materialität - Immaterialität

Der achte Band der Reihe «Randgänge der Mediävistik» enthält die Druckfassung zweier Vorträge, die im Rahmen der interdisziplinären Ringvorlesung «Materialität – Immaterialität» des Berner Mittelalterzentrums vom Frühjahrssemester 2017 gehalten wurden. Die Vortragsreihe behandelte materielle und immaterielle Bereiche der mittelalterlichen Kultur sowie deren Interdependenzen in religiösen, philosophischen, künstlerischen und literarischen Kontexten.

In der zum Gedenken an die Germanistin Maria Bindschedler (1920–2006) eingerichteten Gastvorlesung vom 11. Mai 2017 widmete sich Ruedi Imbach, Emeritus für mittelalterliche Philosophie an der Universität Paris-Sorbonne und Marcel-Benoist-Preisträger von 2001, «Bildern des Philosophierens im Mittelalter». Der daraus erwachsene Beitrag ist nunmehr unter dem Titel «Figura veritatis – Vorläufige Hinweise auf einige Bilder der Philosophie bei mittelalterlichen Denkern» abgedruckt. Analysiert werden Metaphernfelder wie die Jagd, das Bergsteigen, die Seefahrt, das Stürzen und das Verlassen der Höhle, dies am Beispiel von Dante Alighieri, Francesco Petrarca, Michel de Montaigne und anderen Autoren. 

Der zweite Beitrag stammt von Andreas Krass, Professor für deutsche Literatur des Hochmittelalters an der Humboldt-Universität zu Berlin, und geht auf einen Vortrag vom 2. März 2017 zurück. Er behandelt das «Goldene Zeitalter der Freundschaft und seine mittelalterlichen Wurzeln». In produktiver Auseinandersetzung mit der im Jahr der Vortragsreihe erschienenen Monographie von Peter von Matt (Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur. München 2017), die vor allem heterosexuelle Begegnungen in den Blick nimmt, öffnet Krass den Blick auf Diskurse der Männerfreundschaft in Texten zwischen dem 12. und dem 20. Jahrhundert, wobei das 18. Jahrhundert eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. 

Herausgeber: Michael Stolz
Stämpfli
01.2019

Emotionen im Feld

Gespräche zur Ethnografie, Primatografie und Reiseliteratur

Wie verarbeitet ein Dokumentarfilmer die Geschichten von Siebzigjährigen, die damit prahlen, Tausende von »Kommunisten« erdrosselt und deren Blut getrunken zu haben? Wie verhandelt ein Wissenschaftler Abscheu oder Begeisterung für Menschen anderer Kulturen, über die er als teilnehmender Beobachter nüchtern zu schreiben hat? Und was empfindet eine Primatologin nach jahrzehntelangen Kämpfen für das Überleben von Menschenaffen, deren Lebensraum zunehmend zerstört wird?

Diesen und weiteren Fragen geht der Band in einer Reihe von Gesprächen mit Wissenschaftler_innen nach – u.a. mit Jane Goodall, Nigel Barley, Joshua Oppenheimer und Hans Christoph Buch.

Herausgeber: Oliver Lubrich / Katja Liebal / Thomas Stodulka
Transcript
01.2019

Alexander von Humboldt

Die Russland-Expedition
Von der Newa bis zum Altai

Mit seiner Russland-Reise im Jahr 1829 erfüllt sich für Alexander von Humboldt ein Jugendtraum. Nach dem Südamerika-Unternehmen dreißig Jahre zuvor ist es seine zweite große Expedition - die bislang jedoch weitaus weniger bekannt ist.

Auf Einladung des Zaren Nikolaus I. bereist Humboldt die Weiten des eurasischen Kontinents bis an die chinesische Grenze. Mehr als 18.000 Kilometer werden er und seine Begleiter am Ende zurückgelegt haben. Während Humboldt die Natur erforscht - Berge und Gesteine, Tiere und Pflanzen und vor allem das Klima -, durchmisst er zugleich ein Imperium, das sich in einer Phase der Repression befindet. Von politischen Zwängen kann auch er sich nicht freihalten. Aus den Reisebriefen Humboldts an den russischen Finanzminister, an den Bruder Wilhelm und den Freund François Arago sowie dem Bericht seines Begleiters Gustav Rose hat Oliver Lubrich eine mehrstimmige Erzählung von dieser Expedition zusammengestellt. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild des schon damals international berühmten Gelehrten, aber auch des einfühlsamen Bruders und Freundes.

Herausgeber: Oliver Lubrich
C.H. BECK
01.2019

Fenster – Korridor – Treppe

Architektonische Wahrnehmungsdispositive in der Literatur und in den Künsten

Betreten, Durchschreiten, Verlassen, Auf- und Absteigen, An- und Durchblicken: Architekturelemente wie das Fenster, der Korridor oder die Treppe stehen paradigmatisch für die Aktivierung des Raums in der Bewegung von Blicken und Körpern. Der vorliegende Sammelband widmet sich literarischen und (architektur-)theoretischen Texten, die eine besondere Sensibilität für solche Raum-Operationen haben. Damit leistet der Band einen Beitrag zum spatial turn, im Zuge dessen die Kulturwissenschaften der letzten zwei Jahrzehnte Räumlichkeit zu ihrem ureigenen Gegenstand machten. Anhand von Autoren wie Georges Perec, Virginia Wolf oder Heinrich Böll, von Architekten wie Le Corbusier oder Bernard Tschumi sowie von Theoretikern wie Jurij Lotman oder Jacques Derrida wird augenscheinlich, dass Raum keine abstrakte Kategorie ist, sondern nur über seine Verwendung in ästhetisch-historischen Kontexten verstanden werden kann. Fenster, Treppe und Korridor werden so als Wahrnehmungsdispositive verständlich, die Kulturgeschichte räumlich fassen, fassbar machen und letztlich selbst Geschichte(n) schreiben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Abgeschlossenheit bietet der Band einen Einblick in aktuelle Forschungsdebatten um einen erweiterten, kultur- und literaturwissenschaftlichen Architektur- und Raumbegriff.

Herausgeber: Lena Abraham / Kira Jürjens / Edith Anna Kunz / Elias Zimmermann 
Aisthesis
01.2019

Germanistik in der Schweiz

Zeitschrift der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik, Heft 15

Die aktuelle Ausgabe enthält die Vorträge der Jahresversammlung der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik, die am 25. November 2017 an der Universität Luzern gehalten wurden, darunter Elena Smirnovas (Neuchâtel) Abhandlung über ‹Reflexivkonstruktionen im Deutschen› und Richard Faschings (Bern) Dankesrede zur Verleihung des Zeno Karl Schindler-Preises über einen frühneuhochdeutschen Passionstraktat. Weitere Beiträge stammen Boris Previšić (Luzern), Christoph Pretzer (London), Silvia Ruzzenenti (Bologna), Marco Garbely und Carla Münzel (beide Bern).

Herausgeber: Michael Stolz / Robert Schöller
germanistik.ch
11.2018

Lebenswelten - Dialoge im Deutschunterricht

Schreiben – Lesen – Lernen – Lehren unter konzeptueller Assistenz und mit Originalbeiträgen von José F.A. Oliver und Akos Doma

Spracharbeit im Deutschunterricht unter Anleitung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern – darum geht es in diesem literaturdidaktischen Lehr- und Lesebuch. Es unterstützt die Förderung von Grundlagen für ein methodisch und theoretisch anspruchsvolles Verständnis einer interkulturellen Kommunikations- und Dialogfähigkeit, die sich auch in schwierigen Konfliktsituationen bewährt. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht ein wichtiges Thema jedes interkulturellen Dialogs: Lebenswelten.
Die persönliche Präsenz von Autorinnen und Autoren im Klassenraum erlaubt, zusammen mit entsprechenden Arbeitsmaterialien, die sinnvolle und gezielte Einbindung von Literatur in den Deutschunterricht aller Schularten und Altersstufen. Beiträge von Chamisso-Preisträgerinnen und -Preisträgern sind genau dafür hervorragend geeignet. Der Band ist inhaltlich und didaktisch konzipiert von Jörg Roche, Gesine Lenore Schiewer, José F.A. Oliver und Akos Doma, mit Gastbeiträgen von Sudabeh Mohafez, Tzveta Sofronieva und Ilija Trojanow.
Dieses Lehr- und Lesebuch wendet sich nicht nur an Lehrkräfte, sondern auch an Schülerinnen und Schüler mit ihren Freundinnen und Freunden, Eltern und anderen Bezugspersonen. Damit werden die üblichen Grenzziehungen des Unterrichts aufgehoben und die oft zu engen Textsorten-Grenzen bisheriger Lehrwerke und Lehrerhandreichungen erweitert. Dies bildet sich bewusst auch in der grafischen Gestaltung der Materialien ab. Klar und anschaulich wird verdeutlicht, wie sich unsere Wahrnehmungen der Welt durch Neues, Anderes und Fremdes ständig verändern und zu permanenten Assimilations- und Akkommodationsprozessen des Wissens führen.

Herausgeber: Jörg Roche / Gesine Lenore Schiewer
Narr Francke Attempto
10.2018

Darstellen, Vermitteln, Aneignen

Gegenwärtige Reflexionen des Holocaust

Wie kann Wissen über den Holocaust vermittelt werden, sodass es in gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln übertragen werden kann? Unter dieser Frage versammelt der vorliegende Band Aufsätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Arbeitskontexten, die sich mit dem Holocaust und seinen medialen Überlieferungen befassen. In den Beiträgen spiegeln sich dabei nicht nur disziplinär, sondern auch generationell unterschiedliche Erfahrungen im Hinblick auf Wahrnehmungs- und Deutungsmuster des Holocaust. Das komplexe, zunehmend spezialisierte Wissen über den Holocaust hat sich, gerade auch angesichts aktueller politischer Entwicklungen, dieser Frage in besonderer Weise zu stellen.

How can the knowledge about the Holocaust be conveyed so that it can lead to socially responsible actions? This volume includes essays from scholars from various disciplines and fields, who focus on the Holocaust and its medial transmission. The contributions not only reflect disciplinary but also generational differences in patterns of perception and interpretation of the Holocaust. After all, the complex and increasingly specialized knowledge of the Holocaust has to face this challenge – especially in the light of current political developments.

Herausgeber: Bettina Bannasch / Hans-Joachim Hahn
Vandenhoeck & Ruprecht
09.2018

„Germanistenscheiß“

Beiträge zur Werkpolitik Wolfgang Herrndorfs 

Wolfgang Herrndorfs (1965–2013) Werke gehören zum Kanon deutscher Gegenwartsliteratur. Der Jugendroman „Tschick“ ist ein Klassiker seines Genres, der Sterbe-Blog „Arbeit und Struktur“ ist zum Referenzwerk medizinethischer Debatten sowie der literarischen Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod avanciert. Die ungebrochene Begeisterung für diese Bestseller verdeckt jedoch mitunter die künstlerische Komplexität des Autors und seiner Verfahren.

In diesem Band stehen daher vor allem die Schreibweisen Herrndorfs, seine spezifische Komik, sein Spiel mit Intermedialität und Gattungskonventionen sowie Fragen narrativer Ethik im Mittelpunkt. Der Autor wird aber auch als unermüdlicher Leser fremder Werke und als skrupulöser Kritiker der eigenen vorgestellt. Die Analysen beziehen bislang wenig beachtete Nebentexte und frühere Textstufen ein, die Aufschluss über Herausbildung und Funktionsweise von Herrndorfs Poetik geben. So wird im souveränen Umgang des Malers, Bloggers und Schriftstellers mit ästhetischen Traditionen und den Mechanismen der Medienöffentlichkeit eine ausgesprochen erfolgreiche Strategie der Aufmerksamkeitslenkung erkennbar, deren Fluch gegen jedweden „Germanistenscheiß“ am Ende zuverlässig eben jene Geister ruft, die sie verdammt.

Mit einer umfangreichen Bibliografie der wissenschaftlichen, essayistischen und didaktischen Beiträge über Wolfgang Herrndorf.

Herausgeber: Matthias N. Lorenz
Frank & Timme
08.2018
 

Reader Superhelden

Theorie – Geschichte – Medien

Sind Superheldinnen feministisch? Welche Rolle spielten antike Mythen, die biblische Geschichte des Simson oder Nietzsches Philosophie für die Schöpfer von Superman? Und was hat die Nibelungensage mit Marvel zu tun?

Antworten auf diese und weitere Fragen – u.a. nach der vielfältigen Medialität und Rezeptionsgeschichte von Superhelden-Stories, der Perspektive der Comicschaffenden auf ihre Kunst und dem sich wandelnden Bild des Superhelden in der aktuellen Forschung – gibt dieser Reader, der erstmals in deutscher Sprache und für ein breites Publikum Texte zu Theorie und Geschichte der Superhelden versammelt und kommentiert.

Mit Texten u.a. von Shilpa Davé, Umberto Eco, Stan Lee, Friedrich Nietzsche und Véronique Sina und Interviews u.a. mit Frank Miller, Alan Moore und Roy Lichtenstein.

Herausgeber: Lukas Etter / Thomas Nehrlich / Joanna Nowotny
Transcript
07.2018

»Kierkegaard ist ein Jude!« 

Jüdische Kierkegaard-Lektüren in Literatur und Philosophie

Joanna Nowotny untersucht in ihrer groß angelegten Studie, welche Spuren Kierkegaards Schreiben und Denken im theoretischen Diskurs und der literarischen Kultur der jüdischen Moderne hinterlassen haben.

»Kierkegaard ist ein Jude!«, notiert Gershom Scholem im Jahr 1915 begeistert in seinem Tagebuch. »[N]irgends« sei der »Kern des jüdischen Weltgefühls […] so klar, so erlebt formuliert« wie bei Kierkegaard, schreibt Max Brod einige Jahre später in »Heidentum - Christentum - Judentum« (1921). Derartige Deutungen sind bemerkenswert. Sie werfen die Frage auf, inwiefern Kierkegaards Werk, das nach 1900 im deutschsprachigen Europa ohnehin Hochkonjunktur hatte, insbesondere für eine jüdische Rezeption Interpretations- und Aneignungsmöglichkeiten bereithielt. Wie wird Kierkegaards Denken in diesem Kontext theologisch, politisch und literarisch fruchtbar gemacht, von Dichtern und Denkern wie Martin Buber, Franz Rosenzweig und Franz Kafka? Welche Aspekte seines Werks spielen eine besondere Rolle? Welcher Gestus liegt den verschiedenen Kierkegaard-Aneignungen zugrunde und welche Funktionen erfüllen sie etwa im Rahmen jüdischer Identitätsdiskurse? Diesen Fragen widmet sich Joanna Nowotny in ihrer Studie und zeigt, welche Spuren Kierkegaards Schreiben und Denken bei Autoren wie Martin Buber, Gershom Scholem, Franz Werfel oder Franz Kafka hinterlassen haben.

Joanna Nowotny
Wallstein
07.2018

Distant Kinship – Entfernte Verwandtschaft

Joseph Conrads »Heart of Darkness« in der deutschen Literatur von Kafka bis Kracht

Diese in der 2. Auflage revidierte Studie über Joseph Conrads einflussreiches Werk Heart of Darkness  stellt erstmals die deutschsprachige Rezeption dieses Referenztextes der Postkolonialismusdebatte dar. Das Spektrum reicht dabei von Zeitgenossen Conrads über viele kanonische Autoren des 20. Jahrhunderts bis zu den rezentesten Namen des Literaturbetriebs (u.a. Kracht, Buch, Bärfuss). Über die Lektüren ihrer Werke hinaus trägt die Studie zur Erforschung von Kulturtransfers sowie zur Conrad-Philologie bei und sie erweitert die Theorie der Intertextualität um Parameter, die den komplexen Faktor Macht in postkolonialen Verhältnissen erfassen.

Matthias N. Lorenz
Metzler
07.2018

Matriarchatsfiktionen

Johann Jakob Bachofen und die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts

Die nach wie vor brisante Frage nach dem Verhältnis der Geschlechter und nach den Ursachen für ihre soziale Ungleichheit wurde nie zuvor so nachhaltig und radikal gestellt wie vom Schweizer Juristen und Altertumskundler Johann Jakob Bachofen. Zu seinen Lebzeiten wenig beachtet und heute einer der Autoren, die fast jeder kennt und kaum einer liest, wurde er gegen Ende des 19. und im Lauf des 20. Jahrhunderts in intermittierenden Schüben wechselweise von Feministinnen und Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten, Faschisten und Nationalsozialisten wiederentdeckt. Dabei lag der eigentliche Höhepunkt seiner Rezeptionskarriere in den späteren 1920er und den frühen 1930er Jahren. 

Anders nämlich, als man aus heutiger Perspektive extrapolieren könnte, war Bachofen in der Zwischenkriegszeit nicht der «glorieux inconnu», als der er heute gelegentlich noch herumgeboten wird, ohne dass sich an den bekannt gebliebenen Namen viel mehr heftete als der in aller Regel ganz falsch oder bestenfalls halb richtig verstandene Titel seines opus potissimum von 1861, Das Mutterrecht. In den germanophonen Ländern bzw. Landesteilen der Zwischenkriegszeit erlebte er ab Mitte der 1920er Jahre eine nie zuvor und hernach nicht wieder dagewesene Konjunktur. Um die Wirkung zu dokumentieren, die von seiner Matriarchatstheorie auf die deutsche Literatur ausging, versammelt der Band Beiträge zur Bachofen-Rezeption von Karl Wolfskehl, Hugo von Hofmannsthal, Franz Kafka, Arthur Schnitzler, Gerhart Hauptmann, Elias Canetti, Hermann Broch, Thomas Mann und Hans Boesch – sowie zu Bachofens Einfluss auf Fritz Langs Metropolis.

Herausgeber: Ulrich Boss / Yahya Elsaghe / Florian Heiniger
Schwabe
06.2018

Sebastian Castellio (1515–1563) – Dissidenz und Toleranz.

Beiträge zu einer internationalen Tagung auf dem Monte Verità in Ascona 2015

Castellios Forderung nach religiöser Toleranz und sein Protest gegen Verfolgung und Tötung Andersgläubiger sind heute so aktuell wie 1554, als die Hinrichtung Michel Servets vor den Toren Genfs ihm den Anlass dazu gab.

Im Zentrum steht Castellios anonymer Traktat Über Ketzer und ob man sie verfolgen soll im originalen Kontext. Er stieß Debatten über religiöse Toleranz an, die grundsätzlich für das Selbstverständnis der Protestanten und einer reformatio continua geblieben sind. Aktuelle Kontroversen über Religionsfreiheit und Grenzen der Toleranz handeln mit Argumenten, die Castellio populär gemacht hat. Die Integration von Glaubensflüchtlingen, die das Recht auf Diskussionsfreiheit beanspruchten, war für den Basler Magistrat eine ähnliche Herausforderung wie die Eingliederung von Migranten und Asylanten in Deutschland und der Schweiz heute.

Herausgeber: Barbara Mahlmann-Bauer / Sonja Klimek / Daniela Kohler
Vandenhoeck & Ruprecht
06.2018

Narrative des Neuen Menschen

Vom Versprechen einer besseren Welt

Zum Topos des Neuen Menschen in Geschichte und Gegenwart

Offenbar hat der Neue Mensch sein utopisches Potential in den totalitären Bewegungen des letzten Jahrhunderts nicht erschöpft. Die Frage nach der Perfektibilität des Menschen treibt die Öffentlichkeit weiterhin um, wie sich an den Debatten um künstliche Intelligenz oder die Reproduktionsmedizin und deren bisweilen ressentimentgeladene Zurückweisung ablesen lässt. Dabei artikulieren sich Ängste vor technischen Entwicklungen und den jeweils neuen Unübersichtlichkeiten unserer sozialen Lebenswelten. Das Versprechen einer besseren Welt harrt derweil noch immer seiner Einlösung. Nur in den digitalen Fantasien künstlicher Intelligenz und den utopischen Reichen der Produktwerbung oder der Esoterik scheint die Sehnsucht nach neuen Möglichkeiten und Intensitäten des Menschseins greifbar. Schließlich eignet dem Topos vom Neuen Menschen eine widersprüchliche universale Dimension, die in diesem Essay durch Analysen historischer Quellen, kultureller Texte sowie politischer Debatten freigelegt wird.

Hans-Joachim Hahn
Neofelis
06.2018

Höfe und Experten

Relationen von Macht und Wissen in Mittelalter und Früher Neuzeit

Der Hof bildete in vormodernen Gesellschaften einen komplexen Macht- und Wissensraum. Expertise war dort auf mehreren Ebenen von Bedeutung. Zunächst nahm der Adel die Rolle von Experten der eigenen Lebenswelt ein, die durch den Hof, seine Spielregeln und die europaweite Vernetzung der höfischen Gesellschaft geprägt war, was u.a. in den Praktiken der Kavalierstour oder Bildungsinstitutionen wie den Ritterakademien Ausdruck fand. Der Fürst selbst konnte als Experte auftreten, wenn er sich als Feldherr, Sammler, Literat oder Komponist inszenierte. Als Zentrum kultureller Hegemonie und höfischer Patronage war der Hof ferner Anziehungspunkt für nichtadeliger Experten wie Ärzte, gelehrte Räten, Hofkünstlern oder Alchemisten. Anwesenheit, Anzahl und Qualität der Experten bei Hof wurden zu Ressourcen einer Prestigeökonommie, die im Wettstreit untereinander eine wichtige Rolle spielten. Für die Experten bei Hof eröffneten sich damit die Chancen, sich zu erfolgreichen Wissensunternehmern zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund tritt der Hof als dynamischer Raum der Produktion, Konsumtion und Ökonomisierung von Wissen sowohl in der Perspektive der longue durée als auch räumlicher Ausdehnung in den Blick. Wie wandelten sich höfische Expertenkulturen vom 12. bis 18. Jahrhundert? Wie und wo entstanden neue Varianten der Expertenrolle? Der vorliegende Band leistet ebenso einen Beitrag zum höfischen Kontext von vormodernen Expertenkulturen wie zur Präzisierung der Relation von Hof und Wissen.

Herausgeber: Marian Füssel / Antje Kuhle / Michael Stolz
Vandenhoeck & Ruprecht
05.2018

Christian Kracht revisited

Irritation und Rezeption

Christian Kracht ist derzeit einer der umstrittensten, zuletzt auch gefeiertesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart mit einer zunehmend auch internationalen Ausstrahlung. Dabei stellt sein Werk die literarische Öffentlichkeit unentwegt vor neue Herausforderungen. Dieser Band versammelt Beiträge zu Kernkonzepten der Kracht’schen Poetik wie Ironie, Camp, Pop, dem unzuverlässigen Erzählen, dem Spiel mit den Grenzen des Sagbaren und der Gattungen, zu Intertextualität und Intermedialität sowie Meta- und Autofiktion. Er bietet neue Perspektiven auf Werkzusammenhänge, Buchgestaltung, Autorinszenierung sowie die Kracht-Rezeption in schulischen, medialen und literarischen Kontexten. Neben dem Romanwerk werden bislang weniger beachtete Texte wie etwa frühe Reportagen untersucht; aber auch in viel beforschten Texten wie Faserland sind neue Entdeckungen zu machen. Das Kompendium der Kracht-Philologie wird ergänzt durch den erstmaligen Abdruck der Bildserie „In Youth is Pleasure“, in der Christian Kracht sich an verschiedenen Orten der Welt zeigt, von Kindheits- und Jugendbildern bis hin zur Selbstinszenierung als Krisenreporter in Mogadischu und Tschernobyl.

Herausgeber: Matthias N. Lorenz / Christine Riniker
Frank & Timme
03.2018

Emotionen - Dialoge im Deutschunterricht

Schreiben – Lesen – Lernen – Lehren

Spracharbeit im Deutschunterricht unter Anleitung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern – darum geht es in diesem literaturdidaktischen Lehr- und Lesebuch. Es unterstützt die Förderung von Grundlagen für ein methodisch und theoretisch anspruchsvolles Verständnis interkultureller Kommunikations- und Dialogfähigkeit, die sich auch in schwierigen Konfliktsituationen bewährt. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht ein zentrales Thema jedes interkulturellen Dialogs: Emotionen.
Dieses Lehr- und Lesebuch wendet sich nicht nur an Lehrkräfte, sondern auch an Schülerinnen und Schüler mit ihren Freundinnen und Freunden, Eltern und anderen Bezugspersonen. Damit werden die üblichen Grenzziehungen des Unterrichts aufgehoben und die oft zu engen Textsorten-Grenzen bisheriger Lehrwerke und Lehrerhandreichungen erweitert. Dies bildet sich bewusst auch in der grafischen Gestaltung der Materialien ab. Klar und anschaulich wird verdeutlicht, wie sich unsere Wahrnehmungen der Welt durch Neues, Anderes und Fremdes ständig verändern und zu permanenten Assimilations- und Akkommodationsprozessen des Wissens führen.
Die persönliche Präsenz von Autorinnen und Autoren im Klassenraum erlaubt, zusammen mit entsprechenden Arbeitsmaterialien, die sinnvolle und gezielte Einbindung von Literatur in den Deutschunterricht aller Schularten und Altersstufen. Beiträge von Chamisso-Preisträgerinnen und -Preisträgern sind genau dafür hervorragend geeignet. Der Band ist inhaltlich und didaktisch konzipiert von Jörg Roche, Gesine Lenore Schiewer, José F.A. Oliver und Akos Doma, mit Gastbeiträgen von Que Du Luu, Francesco Micieli, Ilma Rakusa und Selim Özdogan.

Herausgeber: Jörg Roche / Gesine Schiewer
Narr Francke Attempto
02.2018

Sprachkontaktforschung – explanativ

Das vorliegende Doppelheft der Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik enthält ausgewählte Beiträge einer Tagung, die unter dem Titel „Sprachkontaktforschung – explanativ“ im April 2016 veranstaltet wurde. Das primäre Ziel der Tagung war es, ein internationales Diskussionsforum für neueste kontaktlinguistische Forschungen zu bieten, die in empirisch fundierter und sprachtheoretisch reflektierter Weise betrieben werden und die Erklärung von Sprachkontakteffekten im Fokus haben. Damit knüpft die Publikation an diejenigen aktuellen Forschungstrends (auch) in der germanistischen Linguistik an, die nicht nur eine deutliche Expansion und thematische Diversifizierung kontaktlinguistischer Forschungen erkennen lassen, sondern ebenso die rasante Entwicklung der empirischen, methodologischen und sprachtheoretischen Instrumentarien und Standards.

Herausgeber: Péter Maitz / Alfred Wildfeuer / Nicole Eller-Wildfeuer
Franz Steiner
01.2018