Stimmen ehemaliger Studierender

Die Freude an der deutschen Sprache und Literatur brachte ich aus dem Gymnasium mit. Sprache als Präzisionsinstrument und Kunstmittel zu verstehen, vermittelte mir das Studium. Texte von Walther von der Vogelweide, Lessing, Heine, der Langgässer, Dürrenmatt und Enzensberger und vielen mehr prägten auch den politischen Menschen in mir.

Christoph Ammann, Regierungsrat


Im Germanistik-Studium lernt man, professionell zu lesen. Man eignet sich ein Wissen über verschiedene Phasen, Prägungen und Einflüsse der deutschsprachigen Literatur an und ist am Ende bestens gerüstet, dem gegenwärtigen Literaturbetrieb kritisch und konstruktiv zu begegnen – Fertigkeiten, die in meinem Beruf tagtäglich gefragt sind.

Jennifer Bigelow, Fachspezialistin Deutschsprachige Schweizer Literatur, Kulturstiftung Pro Helvetia


In meinem Germanistik-Studium habe ich denken gelernt. Nichts weniger als das. Sowohl entlang literarischer Texte als auch anhand von literaturtheoretischen Abhandlungen habe ich das intellektuelle Sezierbesteck getestet und analytische Handwerk verfeinert. Und als ich das kritische Hinterfragen im Griff hatte, lernte ich das Re-Konstruieren – so ernsthaft wie spielerisch: logisch aufreihend, ironisch spiegelnd, kreativ verbindend.
Auf diesen zwei Denkbewegungen – analytisch zerlegen, um danach sinnstiftend neu zusammenzuführen – basiert meine heutige Führungs- und Managementtätigkeit. Umso mehr werte ich es als Glück, dass ich mich während des Germanistik-Studiums am bestmöglichen Stoff darin üben konnte: der deutschsprachigen Literatur.

Sibylle Birrer, Leiterin der Abteilung Kulturförderung des Kantons Bern


Im Studium der angewandten Linguistik eignete ich mir ein Kommunikationsverständnis an, welches ich in der Unternehmenskommunikation sowie im Marketing täglich anwende. Mit diesem Wissen auf dem kommunikativen Tummelfeld von Markt und Öffentlichkeit zu agieren, fasziniert mich immer wieder neu.

Natalie Cartier, Leiterin Marketing & Kommunikation, BlueCare AG


Wie faszinierend, dass wir Gedanken lesen können! Gedanken von Menschen, die anderswo und zu anderen Zeiten lebten als wir, die Grimmelshausen, Goethe, Tucholsky hiessen und die gar manches beschrieben, das auch uns im Leben umtreibt. Mit ihnen Bekanntschaft zu machen, lohnt sich. Die grossen Geschichtenerzähler schenken uns Gelassenheit, Demut und Inspiration.

Sabine Dahinden Carrel, Redaktorin und Moderatorin „Schweiz aktuell“


Das Germanistikstudium bereitet von allen Studiengängen am besten darauf vor, sich vor der Welt zu rechtfertigen, wieso etwas scheinbar Irrelevantes wie Literatur doch wichtig ist. Die Leute denken, es sei die ideale Vorbereitung für eine Zukunft als Deutschlehrer oder Taxifahrerin. Dabei kann man auch Deutschschweizer Popmusiker werden und daneben irgendwie Geld verdienen.

Michael Egger, Sänger von Jeans for Jesus


Ans Institut für Germanistik kam ich als juveniler Quatschkopf voll mit „Asterix“, „The Clash“, Traci Lords oder „Ein Zombie hing am Glockenseil“. Diese Liebe hat man mir in Bern nicht ausgetrieben, sondern den Sud mit Stoffen, Texten und Bildern von Leuten wie Wilhelm Busch, Jean Paul, Karl Kraus, Gerhard Polt, Leo Perutz oder Brigitte Kronauer angereichert. Ich verliess das Institut als jetzt gefestigter Wirrkopf mit grossem Hunger nach den Erzählungen, die in der Welt auf mich warteten und immer noch warten.

Benedikt Eppenberger, Redaktor SRF, Buch- und Filmautor sowie Zeichner


In meinem Leben täglich Begegnungen mit Literatur und Schreibenden zu haben, empfinde ich als eines der grössten Privilegien – und das war schon während meines Germanistikstudiums so. 

Reina Gehrig, Geschäftsführerin der Solothurner Literaturtage


In der Germanistik an der Uni Bern habe ich gelernt, Erzählperspektiven und unterschiedlichste Lesarten von Texten zu hinterfragen – eine Erfahrung, die für meinen Blick auf das Bühnengeschehen bis heute wichtig ist. Entkanonisierung und die Affirmation der Uneindeutigkeit eines Texts sind für mich Grundlage einer Vision und ein Massstab für eine mutige Interpretation.

Cihan Inan, Schauspieldirektor Konzert Theater Bern


Zu sehen, wie sich die Struktur unseres Denkens in der Struktur unserer Sprache niederschlägt, hat mich an der Linguistik immer wieder aufs Neue fasziniert. Unbezahlbare Momente des Augenaufgehens! Bei Seminararbeiten habe ich dann geübt und gelernt, relevante, noch unbeantwortete Fragen zu finden, hartnäckig zu recherchieren, und das Ergebnis am Ende verständlich darzustellen. In meinem Berufsalltag mache ich heute im Kern genau dasselbe. Journalismus ist eine genuin geisteswissenschaftliche Tätigkeit – und darauf war mein Studium eine sehr gute Vorbereitung.

Thomas Kobel, Redaktor bei der SRF-Wissenssendung „Einstein“


Darauf, mich beruflich mit Literatur zu beschäftigen, hat mich das Studium natürlich ideal vorbereitet. Aber die dort erworbenen Fähigkeiten – komplexe Zusammenhänge prägnant wiedergeben, sich schnell in neue Themen einarbeiten, zu Projekten recherchieren, unterschiedliche Adressaten mit verschiedenen Textsorten ansprechen, ein breites Allgemeinwissen und sprachliche Versiertheit – sind in vielen Berufen von Nutzen, nicht nur in der Literaturbranche, wohin mich das Glück verschlagen hat.

Karla Koller, Verantwortliche Presse und Marketing beim Zytglogge Verlag


Das Literaturstudium bot mir ein theoretisches Fundament für mein eigenes Schreiben, und in den Linguistikkursen lernte ich zahlreiche sprachliche Phänomene kennen, die meine Leidenschaft für die Logik und insbesondere die Unlogik der deutschen Grammatik geweckt haben.

Giuliano Musio, Korrektor bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ und Autor


Unbrauchbares Studieren wie beispielsweise Poesie oder Theorien über Ästhetik: Diesen Luxus leistete ich mir im Studium. Und staune rückblickend, wie viel von alldem sich später als nützlich erwies, manchmal direkt, öfter auf Umwegen.

Balts Nill, Musiker und Autor


Was mir bei meinem Studium am meisten Spass gemacht hat und was bis heute in meiner täglichen Arbeit zentral ist: Texte genau – manchmal fast penibel genau – zu lesen und zeigen zu können, wie sie funktionieren oder – manchmal fast noch wichtiger – weshalb sie nicht funktionieren und wie man sie besser macht.

Elio Pellin, Verantwortlicher Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Universitätsbibliothek Bern


Lesen, den eigenen Horizont erweitern, den Blick schärfen für Implizites und unter der Oberfläche Verborgenes. Dessen Ausgestaltung analysieren und mit Hilfe verschiedener Konzepte interpretieren, eine eigene Position entwickeln und so Teil eines Diskurses werden: Was ich im Germanistikstudium gelernt habe, prägt bis heute mein Denken und Handeln und ermöglicht mir, im Spannungsfeld unterschiedlicher Anspruchsgruppen umsichtig zu kommunizieren.

Birgit Potjer, Deutschlehrerin und Prorektorin am Gymnasium Neufeld, Bern


Kritisch zu denken, Sprache präzise einzusetzen und sich rasch in unbekannten Themen zurechtzufinden – das sind Kompetenzen, die ich im Studium erworben habe und die für meinen ganzen Weg bestimmend waren.

Nora Regli Bruderer, Leiterin der Koordinationsstelle für Aussenbeziehungen des Kantons Schaffhausen


Wovon erzählt eine Geschichte, und was hat sie mit uns zu tun? Diese Frage interessierte mich als Germanistik-Studentin – und sie bestimmt bis heute meine Tätigkeit als Kulturjournalistin.

Lena Rittmeyer, Kulturredaktorin beim „Bund“


Während meiner Schulzeit verstand ich Sprache in erster Linie als künstlerische Ausdrucksform. Dank meinem Studium habe ich sie als präzises Instrument kennengelernt. Diese Fertigkeit hilft mir heute dabei zu verstehen, wie ich vorgehen muss, um die jeweilige Zielgruppe einer Publikation optimal anzusprechen.

Sonja Schneider, Verantwortliche Marketing und Vertrieb beim Chronos Verlag.